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Poledance und dein Körper – Teil 1

Wir (Lina und Chantal) haben in unserer gemeinsamen Erfahrung als Trainerinnen schon einige Sprüche und Verhaltensweisen bezüglich des eigenen Körpers miterlebt. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass in den Köpfen unserer Polerinas ein bestimmtes Körperideal verankert ist.

Schon bevor die Ladies mit Pole Dance beginnen, fragen sie sich: “Kann ich auch Pole Dance machen, wenn ich ein paar Kilo mehr auf den Rippen habe?” – Unsere Antwort darauf ist immer: “Ja, klar!”. Denn Pole Dance kannst du mit JEDEM Körpertyp machen.

Wir würden uns wünschen, dass deine Figur weder im Leben oder noch beim Pole Dance ein Hindernis für dich darstellt. Deshalb gehen wir hier auf die häufigsten Glaubenssätze ein und zeigen dir einen anderen Blickwinkel.

Chantal ist stolz auf ihren Körper

Unser verzerrtes Körper-Selbstbild

“Um das Outfit zu tragen, müsste ich noch ein paar Kilo abnehmen!”
“Ich bin zu schwer für Pole Dance – Ich muss erstmal abnehmen.”
“Da schwabbelt alles, wenn ich den Move mache!”

Du fühlst dich zu dick, das verstehen wir. Du denkst, dass andere dich anschauen und verurteilen, wenn du in einem zu knappen Outfit zum Training kommst oder wenn du überhaupt mit deinen “extra Kilos” Pole Dance machst. Du stellst dir vor, dass nur schlanke Frauen Pole Dance machen und dieser Stereotyp wird auch immer wieder bestätigt, weil du kaum Vorbilder mit deiner Figur siehst. In den Medien sind schlanke Körper überpräsent und vermitteln uns ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit.

Die Wahrheit sieht aber anders aus: In unseren Kursen sehen wir sehr verschiedene Körpertypen. Außerdem sind die Polerinas meistens eher mit sich selbst beschäftigt, anstatt andere anzustarren.

Muss man für Poledance schlank sein?

“Ich muss erst abnehmen, damit ich besser aussehe und Pole Dance lernen kann” ist ein typischer Satz, der uns da begegnet. Hier befindest du dich in einem Muster von HAVE – DO – BE was so viel bedeutet wie: Ich muss erst etwas HABEN (den schlanken Körper), damit ich etwas TUN kann (Pole Dance lernen), um jemand zu SEIN (Polerina).

Viel sinnvoller ist es aber dem BE – DO – HAVE Muster zu folgen. Erst BIST du (du selbst), damit du etwas TUN kannst (Pole Dance), um dann etwas zu HABEN (den schlankeren Körper oder ein
positiveres Selbstbild auch ohne abzunehmen). Du bist schon gut, so wie du bist und kannst deswegen Pole Dance ausüben, um dann dabei Erfolge zu haben. Diese Erfolgserlebnisse werden dir langfristig mehr Selbstvertrauen geben und du traust dir vielleicht auch in anderen Lebensbereichen mehr zu.

Ein großer Vorteil mehr auf den Rippen zu haben ist, dass du viel schneller Kraft aufbauen wirst und dadurch auch schnellere Fortschritte erzielen kannst. Denn Muskelaufbau braucht vor allem eins: Einen Kalorienüberschuss! Du hast dadurch die Ressourcen, um Muskeln aufzubauen.

Lina zeigt an diesem Beispiel wie unterschiedlich derselbe Körper aussehen kann.

“Bei der Figur sieht man meine Cellulite”
“Ich kann wegen meinen Beinen keine kurze Hose tragen”
“Ich habe überall Narben”

Keine von uns hat einen perfekten Körper, der mit Airbrush bearbeitet worden ist. Perfektion gibt es nicht, weder beim Pole Dance noch außerhalb. Deswegen sollte dich dieser Gedanke nicht davon abhalten, das zu tun, was du wirklich willst.

Was wäre denn das Schlimmste, was in diesem Falle passieren würde? Die anderen Ladies rennen schreiend weg, weil sie deine Cellulite sehen? Gegenfrage: Würdest du das tun?

Wir würden das definitiv niemals tun! Wir haben beide Cellulite, Narben und andere Makel am Körper. Und wir sind so stolz auf all das, was unsere Körper für uns leisten. Wir haben nur diesen einen Körper und wir schämen uns nicht dafür, ihn der Welt zu zeigen. Ganz ehrlich? Wenn jemand uns deshalb weniger mag, achtet oder wertschätzt, dann sind wir froh, dass wir diese
Person dadurch nicht in unser Leben ziehen.

Jede*r von uns kennt dieses Gefühl

Polerina zuppelt an ihrem Outfit – verschränkt die Arme vorm Bauch…

Oft fühlen sich sogar Frauen, die objektiv dem Schönheitsideal entsprechen, unwohl in ihrer Haut. Wir sehen uns selbst ganz anders als unsere Umwelt uns wahrnimmt. Wir sind viel strenger mit unseren angeblichen Makeln und haben den Blick für unsere eigene Schönheit verloren. Manchmal hilft es auch, mit einer Freundin darüber zu reden. Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass du nicht allein bist mit deinen Unsicherheiten. Allein das kann schon gut tun. Und sehr wahrscheinlich kann deine Freundin dir auch dabei helfen, dich mit anderen Augen zu sehen.

Chantal und Lina legen sehr viel Wert auf ein positives Trainingsumfeld.

Wir fördern in unseren Kursen und Tutorials immer ein positives und wohlwollendes Trainingsumfeld. Uns ist wichtig, dass sich alle willkommen und wertvoll fühlen. Dadurch, dass wir mit gutem Vorbild vorangehen, entsteht eine besondere Atmosphäre. Unsere Polerinas machen sich häufig gegenseitig Komplimente und unterstützen sich dabei, ein positiveres Selbstbild zu entwickeln.

Das ist leider nicht überall der Fall. Trainiert du in einem Umfeld, das deinen Körper abwertet oder dir ein schlechtes Gefühl dafür gibt? Dann solltest du eines wissen: Nicht du bist falsch, sondern dein Umfeld! Umgib dich mit Menschen, die dir ein gutes Gefühl geben.

Wenn dir viele Menschen erzählen, dass etwas mit dir nicht stimmt, dann glaubst du es irgendwann selbst. Wir vermuten, dass du diesen Artikel liest, weil du einige dieser Stimmen schon als deine eigenen übernommen hast. Aber du kannst lernen, achtsamer auf diese Stimmen zu lauschen und dich bewusst dagegen zu entscheiden, wenn sie zu laut werden.

Dein Körper ist KEIN KRIEGSPLATZ!!! Wir laden dich ein, mit deinem Körper Frieden zu schließen und dich so anzunehmen wie du bist. Du musst nicht perfekt sein und du musst dich nicht unter Druck setzen, um etwas wert zu sein ❤

Deine
Lina & Chantal

Genug gesehen? Bereit Polearizer zu werden?